Was tun, wenn der Texter die falschen Texte schreibt?

Ich habe wirklich eine ganze Weile überlegt, ob ich diesen Post veröffentliche, weil ich sie schon alle schreien höre: „Du kannst doch nicht Kunden öffentlich kritisieren!“ (Tue ich gar nicht.) „Jetzt denken alle, sie könnten endlos unbezahlt an Texten rummäkeln!“ (Das kann tatsächlich zu einem Problem werden, aber die meisten meiner Kunden sind sehr fair und gehören nicht zu der Gruppe, die abzocken und ausnutzen, deshalb riskiere ich es.). Weil ich aber glaube, dass der Nutzen dieses Posts größer ist als das Risiko:

Stellen Sie sich vor, Sie haben Urlaub gebucht. Und Sie haben einen Aufpreis bezahlt, weil Sie Wert darauf legen, in einer Suite mit eigener Küchenzeile zu übernachten. Damit Sie morgens im Schlafanzug auf dem Zimmer frühstücken oder sich spontan einen Mitternachtssnack zubereiten können, wenn Ihnen danach ist. Das Geld ist schon abgebucht.

Sie kommen im Hotel an, man begrüßt Sie freundlich, erklärt Ihnen, wann und wo es Frühstück gibt, wie Sie an den Pool kommen, was es in der Nähe so an Sehenswürdigkeiten gibt – und dann zeigt man Ihnen Ihr Zimmer. Ein Zimmer. Keine Suite. Keine Küchenzeile.

Würden Sie einfach zwei Wochen lang den Kopf in den Sand stecken und nichts sagen? Oder würden Sie sofort wieder zur Rezeption laufen und darauf bestehen zu bekommen, was Sie gebucht haben?

Unzufrieden mit Texten vom Texter? Reden Sie darüber!

In letzter Zeit kam es immer mal wieder vor, dass ich Kunden hatte, die mit den Erstentwürfen der Texte für Ihre Website nicht so recht zufrieden waren. Das ist weder ungewöhnlich noch dramatisch, sondern ganz normal.

Immerhin haben wir meist nur ein Gespräch – oft genug sogar nur telefonisch – um uns kennenzulernen. Meist reicht mir das, um nicht nur die Fakten für die Texte abzufragen, sondern auch, um ein Gefühl für den Stil und den Ton zu bekommen, den sich meine Kunden wünschen. Aber meistens ist eben nicht immer.

Manchmal fehlt den Texten nur eine Kleinigkeit, um den Kunden wirklich glücklich zu machen. Manchmal liege ich auch total daneben und muss noch mal anfangen. Manchmal wird einem Kunden auch erst beim Lesen der Erstentwürfe klar, was und wie er es sich eigentlich genau wünscht. Vor allem solche Kunden, die sich mit Ihrem Marketing bisher noch nie richtig beschäftigt haben, fällt es manchmal schwer, auszuformulieren, was sie sich wünschen.

Das macht die Arbeit an den Texten nicht leichter, aber es macht sie auch nicht unmöglich. Unmöglich wird sie aber, wenn ich von diesen Kunden einfach nichts mehr höre. Manche melden sich wochenlang nicht mehr und wenn wir dann doch noch mal zueinander finden, erfahre ich, dass es daran lag, dass Ihnen die Texte nicht gefielen, Sie sich aber a) nicht trauten, mir das zu sagen und sie b) nicht formulieren konnten, was sie genau stört.

Deshalb heute meine zwei wichtigsten Ratschläge:

Trauen Sie sich, mir zu sagen, dass Ihnen meine Texte nicht gefallen!

Dem Hotelier würden Sie ja auch sagen, dass Sie sich etwas Anderes gewünscht – und bezahlt – haben. Auch für die professionelle Texterstellung zahlen Sie Geld. Entweder direkt, wenn Sie selbst einen Texter beauftragen. Oder indirekt über den Paketpreis, den Ihnen die Agentur für alle Leistungen in Rechnung stellt. Wir sind Dienstleister und Profis und zum Handwerk gehört auch das Nachbessern.

Im Mittelpunkt stehen Sie mit Ihrem Auftrag. Aber nur, wenn Sie mit mir reden, kann ich am Ende Texte bauen, die Sie auch langfristig glücklich machen – und die zu Ihrem Marketingkonzept insgesamt passen. Und wenn wir dafür zwei oder drei Anläufe brauchen, dann ist das so.

Sie verletzen weder meine Gefühle, noch bin ich beleidigt, wenn Sie meine Texte kritisieren. Aber ich bin frustriert, wenn ich dieser Kritik immer hinterherlaufen muss, genau merke, dass etwas nicht stimmt (und den Auftrag auch nicht abschließe kann, weil von Ihnen keine Reaktion kommt), aber nicht handeln kann. Also: Lassen Sie uns reden! Gerne auch immer wieder.

Äußern Sie Kritik einfach, wie Sie sie fühlen – und vergessen Sie die „richtigen“ Worte!

Wenn Sprache nicht gerade ein persönliches Hobby oder eben der Beruf ist, kann es richtig schwer sein, in Worte zu fassen, was Sie an einem bestimmten Text stört. Hören Sie auf, nach diesen Worten zu suchen.

Es kann sein, dass es länger dauert, bis ich verstehe, was Sie wirklich stört, wenn Sie es nicht direkt in Worte fassen können. Aber ich werde es irgendwann verstehen, weil ich im Zweifel Wort für Wort der Entwürfe mit Ihnen durchgehe. Ich werde Ihnen Alternativen vorschlagen zu Formulierungen, die Ihnen besonders missfallen. Und ich werde Ihnen Fragen stellen, um dem Problem auf die Spur zu kommen. Fragen wie diese, die Ihnen vielleicht auch im Vorfeld helfen, besser zu fassen, was Ihnen an den Texten nicht gefällt:

  • Haben Sie den Eindruck, der Text ist für die falschen Personen geschrieben? Ist er Ihnen zu männlich, zu weiblich, zu kindlich?
  • Ist Ihnen der Text zu schmalzig, zu kitschig? (Ich liebe Adjektive, kann schon mal sein, dass ich damit ein bisschen sehr großzügig war und damit dieses Gefühl auslöse.)
  • Empfinden Sie den Text als zu trocken, langweilig, leblos?
  • Stören Sie bestimmte Worte, weil Sie die selbst nie benutzen und deshalb das Gefühl haben, sich selbst in Ihren Texten gar nicht mehr wiederzufinden? (Versuchen Sie herauszustreichen, welche Worte das genau sind.)
  • Fehlen Ihnen wichtige Informationen oder sind sie nicht genug betont? Welche?
  • Fehlt dem Text Ihrer Meinung nach der rote Faden? Wünschen Sie sich andere Information weiter vorn im Text?
  • Ist Ihnen der Text zu lang (Vorsicht: Ist der Text für das Internet gedacht, sollten Sie 200 Worte pro Seite nicht unterschreiten, weil Sie sonst unter Umständen in den Suchmaschinen nicht mehr so gut gelistet sind)?
  • An welche Begriffe denken Sie als erstes, wenn Sie an Ihr Unternehmen beziehungsweise das Produkt denken, um das es im Text geht? Tauchen diese (oder Synonyme) oft genug im Text auf?

Die Antworten auf diese Fragen helfen mir, herauszufinden, wo stilistisch die Stellschraube anzuziehen ist, damit der Text zu Ihrem Text wird. Fühlt er sich für Sie zum Beispiel zu männlich an, kann es sein, dass ich mit mehr Adjektiven und einem emotionaleren Vokabular schon einen großen Schritt in die richtige Richtung mache. Haben Sie das Gefühl, wichtige Informationen kommen nicht richtig zur Geltung, arbeite ich eher am Aufbau des Textes und wenn sich die Worte, an die Sie zuerst denken, wenn es um Ihr Unternehmen geht, im Text nicht wiederfinden, ist es kein Wunder, dass Sie beim Lesen unzufrieden sind.

Also trauen Sie sich: Wenn Ihnen der Erstentwurf nicht gefällt, denken Sie immer an das Hotel im Urlaub. Kommen Sie an meine Rezeption und teilen Sie mir mit, dass Sie noch nicht bekommen haben, was Sie gebucht haben (vor Reiseantritt! Natürlich dürfen Sie sich auch gern nach dem Einchecken noch umentscheiden, aber dafür fallen dann eben Umbuchungsgebühren an – auch beim Texter). Wenn wir miteinander reden, finde ich in den allermeisten Fällen auch einen Weg, Sie mit meinen Texten glücklich zu machen – früher oder später!

#stolzTexte: Schreibtisch auf Zeit

In der Kategorie #stolzTexte zeige ich Ihnen in unregelmäßigen Abständen Texte von mir, die ich für besonders gelungen oder besonders relevant halte. Texte, die meine Vielfalt als Texterin zeigen, aber auch solche, die einfach Themen behandeln, die diskutiert werden müssen – meiner Meinung nach.

Heute geht es dabei um die „schöne, neue Arbeitswelt“. So nennen wir intern eine Serie, die in loser Folge im So!-Magazin erscheint, der Wochenendbeilage in allen Tageszeitungen der Verlagsgruppe Hof Coburg Suhl. Darin dreht es sich um die neuen Entwicklungen, die die Digitalisierung für die Arbeit mit sich bringt. Industrie 4.0., Firma ohne Hierarchien. Oder eben Coworking. Was das ist und wie es funktionieren kann, habe ich im Krämerloft in Erfurt ausprobiert:

Schreibtisch auf Zeit im Krämerloft

Wer einen Coworking Space nutzt, mietet sich einen Schreibtisch auf Zeit. Das ist praktisch für Selbstständige, aber auch Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter mittlerweile öfter ins Gemeinschaftsbüro mit Fremden. Zum Beispiel im Krämerloft in Erfurt.

Von Anita Grasse

Auf dem Tisch, der aussieht, als wäre er früher einmal Teil einer Tischtennisplatte gewesen, steht ein Laptop. Daneben liegen ein Smartphone, zwei Schreibblöcke, ein Kugelschreiber. Mehr braucht Jesssika Fichtel nicht zum Arbeiten. Die 27-Jährige Bloggerin und Autorin sitzt an diesem Tag im „Open Space“, dem großen Gemeinschaftsbüro im Krämerloft in Erfurt, in dem sich jeder spontan einen Schreibtisch mieten kann.

Der neueste Coworking Space der Stadt hat vor etwas mehr als einem Monat eröffnet. Er ist in einem Hinterhof untergebracht, nur fünf Gehminuten vom Erfurter Hauptbahnhof entfernt. Beim ersten Besuch läuft man schon einmal am Eingang vorbei, so unscheinbar wirkt er.

Wo man sich den Schreibtisch mit Fremden teilt

Innen setzen die Betreiberinnen Nicole Sennewald und Bianca Schön-Ott bewusst auf das Unperfekte. Die Wände sind absichtlich nicht glatt verputzt, als Beleuchtung im Gemeinschaftsarbeitsraum hängen Glühlampen in simplen, schwarzen Fassungen von der Decke. Für jeden Arbeitsplatz gibt es eine Verteilersteckdose. An den grünen Tischen blättert die Farbe ab und die Stühle sehen aus, als wären sie zu einer Zeit Büromöbel gewesen, als man Briefe noch mit der Schreibmaschine schrieb.

Dieser Raum, in dem Jessika Fichtel gerade arbeitet, wirkt kleiner – und gemütlicher! – als erwartet. 18 Arbeitsplätze gibt es hier, immerhin. Arbeitsplätze, die täglich und manchmal auch mehrmals am Tag neu besetzt werden. Jeder, der in Erfurt einen Ort zum Arbeiten sucht, aber die Ausgaben für ein eigenes Büro scheut, kann sich hier im Krämerloft einen Platz mieten. Das Angebot richtet sich ebenso an Menschen, die nur kurz in der Stadt sind wie an solche, die das Arbeiten in einem Coworking Space als Ergänzung zum normalen Büro betrachten.

Das ist Coworking

Coworking bedeutet „zusammenarbeiten“. Es bezeichnet eine Arbeitsform, bei der Unternehmen und Selbstständige einzelne Arbeitsplätze oder ganze Büros in einem Coworking Space mieten können. Oft werden dabei sehr kurze Mietzeiten vereinbart. So kann man Schreibtische für einen Tag buchen, aber auch monats- oder jahresweise abrechnen. Die Betreiber der Coworking Spaces bieten die notwendige Büro-Infrastruktur wie ein Internet-Netzwerk, Drucker und Kopierer an. Auch Meeting-Räume sind oft vorhanden.

Weil die Mieten in einem Coworking Space in aller Regel deutlich günstiger sind als die Kosten für eigene Büroräume, ist diese Arbeitsform vor allem bei Freiberuflern und Solo-Selbstständigen beliebt. Aber auch immer mehr Unternehmen schätzen den Austausch mit Vertretern verschiedener Branchen.

Nicole Sennewald und Bianca Schön-Ott, die Betreiberinnen des neuen Erfurter Coworking Space, stellen ihren Kunden die Infrastruktur, die man so zum Arbeiten im Büro braucht. Etwa einen Drucker oder Kopierer, aber auch ein Netzwerk für schnellen Internetzugang, eine gemütliche Lounge zum Austauschen und eine hochmoderne Küche mit einem unbegrenzten Vorrat an ausgezeichnetem Kaffee.

Coworking: Arbeiten nach dem Pippilotta-Prinzip

„Coworking ist für uns mehr als einfach nur Schreibtische oder Büros zu vermieten“, sagen die beiden Frauen. Sie haben das Krämerloft gemeinsam gegründet, im Februar war Eröffnung. „Coworking ist für uns eine Möglichkeit, Menschen wirklich zusammenzubringen. Sie sollen hier nicht nur im selben Raum arbeiten, sondern eine Umgebung vorfinden, die sie inspiriert, ins Gespräch zu kommen, zu netzwerken, Kooperationen aufzubauen, zu experimentieren und Neues zu wagen.“ Bianca Schön-Ott ergänzt nach kurzem Nachdenken: „Wir arbeiten hier sozusagen alle nach dem Pippilotta-Prinzip und machen uns zumindest die Arbeitswelt, wie sie uns gefällt.“

Das funktioniere super, bestätigt Jessika Fichtel. Seit der Eröffnung arbeitet sie im Schnitt einmal pro Woche hier. Die selbstständige Bloggerin und Autorin genießt die Abwechslung zum Büro in der eigenen Wohnung. „Ich arbeite gern von zu Hause aus, aber manchmal fehlten mir einfach Kollegen. Jetzt habe ich das Beste aus beiden Welten“, sagt sie. „Ich fühle mich hier sehr wohl und genieße die gemeinsame Mittagspause oder den Kaffee mit Menschen aus ganz anderen Branchen und Bereichen.“ Menschen wie Konstanze Wutschig. Die Fotografin nickt zustimmend, als die junge Bloggerin ins Schwärmen kommt.

Coworking geht auch mit festem Büro

Konstanze Wutschig ist einer der Coworker, die im Krämerloft nicht nur einen Schreibtisch mieten, wenn sie ihn brauchen, sondern einen festen Arbeitsplatz in einem der sechs Büros gebucht haben. Nicht jeden Tag ist sie hier, ein großer Teil ihrer Arbeit findet im Freien oder bei ihren Kunden statt. Aber die Büroarbeit und das Nachbearbeiten der Bilder erledigt sie heute eben nicht mehr im Homeoffice, sondern im Coworking Space.

Das Büro teilt sie sich mit mehreren anderen Coworkern, alle aus unterschiedlichen Branchen und längst nicht alle Selbstständige. Zwar fing die Coworking-Bewegung tatsächlich als Unterstützung für Solo-Selbstständige, kleine Start-ups und Freiberufler der Kreativbranche an. Doch allmählich entwickelt sich diese Form des Arbeitens weiter.

Für wen eignet sich Coworking?

Aber auch wenn inzwischen auch eine Lehrerin und ein reisender Versicherungsmakler zu den Coworkern im Krämerloft gehörten: Der Großteil der Coworker, nicht nur in Erfurt, kommt aus eher kreativen Berufen und ist selbstständig. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn so attraktiv Coworking wegen seiner großen Flexibilität sein kann, es ist nicht für jede Branche und jeden Menschen geeignet.

Wer sich zum Beispiel nicht gut konzentrieren kann, wenn es um ihn herum mal unruhig wird, bekommt in vielen Coworking Spaces Probleme. Auch wer mit viel Ausrüstung, zahlreichen Ordnern und Materialien arbeitet, ist mit einem festen Büro besser dran, denn Coworking im klassischen Sinne, also mit befristet gemietetem Arbeitsplatz, bedeutet auch, dass man alle Arbeitssachen jedes Mal neu mitbringen muss. Wer da die viel schleppen muss oder gerade die eine, wichtige Akte vergisst, hat Pech.

Checkliste: Ist Coworking etwas für mich?

Nicht für jede Branche und jede Stelle eignet sich Coworking. Ob diese neue Arbeitsform etwas für Sie sein könnte, klären diese Fragen. Je mehr Sie mit „Ja“ antworten können, desto wahrscheinlicher ist Coworking eine Option für Sie:

  1. Arbeiten Sie gern in Gesellschaft?

  2. Können Sie sich gut konzentrieren, auch wenn es um Sie herum mal unruhig wird?

  3. Brauchen Sie zum Arbeiten nur wenig Material, das sich leicht transportieren lässt?

  4. Können Sie sich gut selbst organisieren und haben auch ohne festen Rahmen ein gutes Zeitmanagement?

  5. Können Sie auf eine Festnetz-Büro-Telefonnummer verzichten?

  6. Können Sie auf ein festes Büro verzichten, das nur Sie benutzen?

  7. Brauchen oder wollen Sie den Austausch mit Menschen aus anderen Branchen?

  8. Wollen Sie beim Arbeiten ein Netzwerk aufbauen?

  9. Haben Sie wenig Kundenkontakt bzw. können Sie Kundengespräche in jeder Umgebung führen?

  10. Sind Sie oder Ihr Arbeitgeber bereit, zwischen 150 und 250 Euro monatlich für die Miete im Coworking Space zu investieren (Durchschnittswert, in jedem Coworking Space unterschiedlich)?

Auch Berufe mit viel Kundenkontakt finden sich in den meisten Coworking Spaces eher selten, es sei denn, die Coworker können Ihre Kunden überall bedienen. Dann stellen fast alle Coworking Spaces Konferenzräume zu Verfügung, die man mieten kann, um in Ruhe Geschäftstermine abzuwickeln. Für Fotografin Konstanze Wutschig klappt das super. „Meine Kundinnen reagierten durchweg begeistert von der neuen Option, auch im Krämerloft Porträtfotos von sich machen zu lassen“, sagt sie.

Familie und Beruf unter einen Hut bringen

Doch für die Kollegen von Timmy Hack zum Beispiel, mit dem sich die Fotografin ein Büro im Krämerloft teilt, wäre das schon weniger einfach. Timmy Hack ist als Marketing Manager bei „Hörgeräte Möckel“, einem Unternehmen mit Sitz im südthüringischen Meiningen, festangestellt. „Für mich klappt das mit dem Coworking Space super, für unsere Mitarbeiter, die vor Ort beim Kunden arbeiten und etwa Hörgeräte anpassen, wäre das aber kaum umsetzbar“, sagt er. Er selbst hätte Schreibtisch und Arbeitsplatz ebenfalls in Meiningen haben könnte. Genau das wollte der 31-Jährige aber nicht, der vor Kurzem zum zweiten Mal Vater geworden ist.

„Ich stelle die Familie im Moment über den Beruf, will meine Söhne aufwachsen sehen und meine Frau unterstützen können, wenn es nötig ist. Deshalb habe ich beim Vorstellungsgespräch um eine Lösung gebeten, die mir erlaubt, an meinem Wohnort in Erfurt zu arbeiten“, erklärt er.

Damit trifft er in diesem Coworking Space einen Nerv. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war vor anderthalb Jahren nämlich der Grund, warum Nicole Sennewald überhaupt einen (weiteren) Coworking Space in Erfurt gründen wollte. Und deshalb gibt es hier neben den Büros, den 18 Tischen im „Open Space“, der großen Küche mit Lounge, den Meetingräume und dem Telefonierzimmer auch ein buntes, üppig mit Spielzeug ausgestattetes Familienzimmer für all die Coworker, die ihre Kinder zur Arbeit mitbringen.

Jeder Coworking Space ist anders – probearbeiten lohnt sich

Auf dieses Weise hat jeder Coworking Space sein eigenes Profil. Das System ist zwar überall gleich, die Ausrichtung aber immer ein bisschen anders. Es lohnt sich also, sich verschiedene Coworking Spaces anzusehen, wenn man mit dieser Form der Arbeit liebäugelt. Vor allem in größeren Städten gibt es inzwischen meist mehrere Anbieter und langsam ziehen auch kleinere Orte nach. Eine vollständige Übersicht über alle deutschen Coworking Spaces gibt es nicht – dafür sind zu viele zu unterschiedliche Anbieter auf dem Markt. Es gibt große Ketten, die gleich mehrere Coworking Spaces in verschiedenen Städten betreiben und kleine, private Initiativen wie die in Erfurt.

Global Coworking Survey – Prognose 2017

Jedes Jahr erscheint die „Global Coworking Survey“, eine Umfrage zu Entwicklungen und Erwartungen der Coworking Spaces weltweit. An der aktuellen Fassung vom 9. November bis 23. Dezember 2016 beteiligten sich insgesamt 1876 Befragte. Das Ergebnis:

  • Bis Ende 2017 wird es weltweit etwa 14000 Coworking Spaces geben.
  • Bis Ende 2017 werden weltweit fast 1,2 Millionen Menschen in Coworking Spaces arbeiten.
  • Jeder fünfte Coworker arbeitet zu sehr unregelmäßigen Zeiten.
  • Etwa 40 Prozent der Coworker kommen mindestens jeden Werktag in den Coworking Space, etwa 30 Prozent drei- bis viermal pro Woche.

Nachzulesen sind Details der „Global Coworking Survey“ bei deskmag, einem Onlinemagazin über neue Arbeitsformen.

Timmy Hack hat sich für letztere entschieden und für seinen Arbeitgeber sei dieser Wunsch nach wohnortnahmen Arbeiten kein Problem gewesen. „Unser Geschäftsführer ist selbst Vater und beobachtet zudem die Trends, die vor allem die Digitalisierung für den Arbeitsmarkt bedeuten, genau. Er war sehr offen, was meinen Vorschlag anging, es mit dem Coworking Space zu versuchen.“

Coworking trotz Festanstellung? Das sagen Arbeitgeber

Das ist nicht selbstverständlich, denn auch für Timmy Hacks Arbeitgeber bedeutete diese Lösung zunächst Mehraufwand. Es mussten Server und Datenverbindungen eingerichtet werden, mit denen Timmy Hack auch von Erfurt aus sicher auf Kundendaten zugreifen konnte. Und wer sich nur einmal pro Woche persönlich sieht, muss auch sein Kommunikationsverhalten anpassen, effektiver gestalten. Doch „Hörgeräte Möckel“ ist nicht das einzige Unternehmen, das diese zusätzlichen Anstrengungen auf sich nimmt, um gute Mitarbeiter zu finden – und zu halten.

Auch Sven Lindig, Geschäftsführer der Lindig Fördertechnik GmbH in Krauthausen bei Eisenach, hat einen Arbeitsplatz im Krämerloft für einen seiner Mitarbeiter gemietet. Der Fachkräftemangel setze seinem Unternehmen zu. Längst ließen sich nicht mehr alle offenen Stellen mit Personal aus der Region besetzen und es gebe einige Mitarbeiter, die in Erfurt wohnten statt in der Wartburgregion.

„Wir öffnen uns im Zuge von New Work auch für neue Arbeitsformen und wollen so als Alternative zum Homeoffice auch den Coworking Space anbieten“, erklärt er. Er sieht darin vor allem drei Vorteile: Mitarbeiter, die nicht ständig pendelten, sparten erstens Zeit und zweitens Kraftstoff, schonten somit auch die Umwelt. Und der „potenzielle Vernetzungseffekt“ sei ebenfalls nicht zu unterschätzen. „Vielleicht ergibt ein Gespräch mit jungen Gründern eine Innovation?“, hofft er.

Diesen Vorteil sieht man auch bei „Hörgeräte Möckel“ in Meiningen. „Der Austausch führt zu neuen Ideen und Arbeitsansätzen und damit letztlich auch zu besseren Arbeitsergebnissen. Viel wichtiger aber ist, dass Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, wohnortnah und zeitlich flexibel zu arbeiten, motiviertere, leistungsfähigere und bessere Mitarbeiter bekommen“, sagt Timmy Hack. „Meine Generation will mehr vom Leben als nur viel Geld. Ich bin meinem Arbeitgeber sehr dankbar dafür, dass ich meine Familie über alles stellen, aber auch auf meine Selbstverwirklichung nicht verzichten muss. Und das gebe ich mit Leistung zurück.“

Und was machen Sie so beruflich?

Sie kennen das doch alle: Geburtstagsparty (In meinem Fall war es eine sehr nette, gemütliche Kaffeerunde unter Frauen), man plaudert, der Gastgeber stellt diejenigen seiner Freunde vor, die sich noch nicht kennen. Meist geschieht das mit Namen, der eigenen Kennenlerngeschichte und dem Beruf des Neuen.

So war am Wochenende auch der Plan einer guten Freundin von mir. Nur scheiterte sie, als sie erklären wollte, was ich eigentlich beruflich mache. Nicht, weil sie das nicht wusste, sondern weil sie sich nicht entscheiden konnte. Und als sie den Ball an mich abgab, war meine erste Antwort auch: „Wie viel Zeit habe ich?“

Die Sache mit der Nische und warum es mir schwer fällt, mich darin einzurichten, habe ich ja schon mal erklärt. Inzwischen ist das bei dieser Frage auch nicht mehr das Problem, denn ich habe mir in den Jahren meiner Selbstständigkeit einen klaren Fokus erarbeitet: Ich biete Dienstleistungen an, die sich um Text drehen.

Das ist aber für die meisten Menschen immer noch zu unkonkret, um sich ein Bild zu machen. Und deshalb beginne ich auf diesen Partys schließlich immer mit dem Erzählen. Wenn ich merke, dass mein Gegenüber glasige Augen bekommt, bin ich meist gerade in der Hälfte angekommen.

Deshalb also hier einmal als Zusammenfassung:

Mein Unternehmen gliedert sich in drei Bereiche: Komplextext, die Tüte Glück und die Traureden (Achtung: Da steht KEIN „er“ zwischen „Trau“ und „Reden“ – nur um einem häufigen Missverständnis vorzubeugen.

Die letzten beiden sind schnell erklärt:

Traurednerin: individuelle Hochzeitszeremonien

Als Traurednerin biete ich Paaren ihre ganz persönliche, individuelle Hochzeitszeremonie und vor allem eine Rede, die den Namen verdient und nicht nur gut geschrieben, sondern auch gut vorgetragen ist. Ich bin ausdrücklich keine Hochzeitsplanerin. Das überlasse ich Kollegen, die darin mehr Erfahrung haben und viel besser sind als ich. Ich gestalte ausschließlich die Zeremonie um das „Ja-Wort“ – vor allem dann, wenn Paare an einem Ort heiraten wollen, an dem es kein Standesamt gibt oder wenn sie sich nicht darauf verlassen wollen, dass ein Standesbeamter in einer Zeremonie, auf deren Ablauf sie selbst nur wenig Einfluss haben, die richtigen Worte findet. Mehr dazu erkläre ich ausführlich auf der Seite und im Blog, die zu dem Traureden-Geschäft gehören.

Kreativ ausleben im DiY-Blog „Tüte Glück“

Die Tüte Glück begann als Hobby, als Blog, um meine Kreativität auszuleben, die Ergebnisse von Handarbeits- und Bastelorgien zu zeigen. Irgendwann ist daraus ein weiterer Pfeiler im Geschäft geworden, nämlich als eine Kollegin von der Tageszeitung fragte, ob ich aus den Blogbeiträgen nicht auch eine regelmäßige Seite für die Wochenendbeilage machen könnte.

Heute läuft der Workflow umgekehrt: Ich produziere jede Woche eine Anleitung für die Tageszeitungen der Verlagsgruppe Hof Coburg Suhl und die wird später zu einem Blogpost auf der Tüte Glück. Inzwischen versuche ich, diesen Geschäftbereich weiter auszubauen, denke und bastle schon eine Weile an einem Buch herum, doch dessen Realisierung scheitert noch an den Produktionsbedingungen. Die sind viel weniger leicht umzusetzen, als ich in meiner Blauäugigkeit bisher dachte.

Komplextext: Leidenschaft um Sprache und Text

Unter Komplextext schließlich fasse ich alle Angebote zusammen, die direkt mit dem werblichen Texten zu tun haben.

Das ist zum einen die journalistische Arbeit für verschiedene Tageszeitungen, obwohl die heute nur noch einen sehr kleinen Anteil meines Umsatzes ausmacht. Viel wichtiger sind da die Aufträge für Agenturen und Unternehmen geworden.

Im letzten Jahr habe ich vor allem die Arbeit als Texterin für Web-Auftritte kleinerer Unternehmen ausgebaut, aber auch Corporate-Publishing-Projekt wie das Erlebnismagazin der Welterberegion Wartburg Hainich oder das Buch des Wartburgkreises realisiere ich unter dem Komplextext-Label. Und natürlich gehören hier auch alle Seminare und Workshops zum Portfolio, die ich über die Jahre vor allem direkt in Unternehmen oder bei Partnern wie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Thüringen angeboten habe.

Wer also schreiben lassen will – egal zu welchem Anlass – oder es lieber selbst lernen will, ist bei Komplextext richtig.

So viel also dazu. Und ich werde mir diesen Blogpost jetzt ausdrucken (oder lieber den Link auf die Visitenkarten drucken lassen?), um ihn auf der nächsten Geburtstagsparty einfach jedem zu übergeben, der fragt: „Und was machst du so beruflich?“

Geburtstagsgewinnspiel: Sieger steht fest!

Neue Woche, neues Glück. Bei Komplextext sind die Stapel auf dem Schreibtisch übers Wochenende auf geheimnisvolle Weise gewachsen und müssen jetzt zügig abearbeitet werden, aber vorher nehme ich mir die Zeit für diesen kurzen Blogpost, denn… Trommelwirbel… der Sieger des Geburtstagsgewinnspiels steht fest!

Sie erinnern sich? Komplextext wurde ein Jahr alt. Das haben wir mit einer Verlosung gefeiert. Übrigens, vielen Dank für die vielen Geburtstagswünsche, die mich über Facebook oder privat erreicht haben. Die Verlosung selbst hat zwar nur wenige Teilnehmer gefunden, das macht aber nichts. Gefreut habe ich mich über jede Nachricht und Sie wissen ja: Wenn Sie einen guten Texter brauchen, der sich besonders gut in Zielgruppen einfühlen und Ihre Ideen in die richtigen Sätzen verwandeln kann, dürfen Sie sich bei mir natürlich auch außerhalb jedes Gewinnspiels immer melden.

Einen Gewinner haben wir aber trotzdem – oder besser eine Gewinnerin: Eve. Eve schrieb unter dem Post zum Gewinnspiel:

„Ich habe mich mit einer Nischenseite auch auf ein bestimmtes Thema spezialisiert. Es geht dabei um Gesundheit im Mund. Auf meinem Blog würde ein ausführlicher Text zum Thema ‚Wie sich gesunde Ernährung (Essen u. trinken) auf die Mundflora auswirkt.‘ meinen Lesern einen tollen Mehrwert bieten. Ich freue mich sehr an der Verlosung teilzunehmen und bin jetzt gespannt wie ein Flitzebogen:-).“

Herzlichen Glückwunsch, liebe Eve! Ich freue mich sehr darauf, diesen Text zu schreiben – und dabei sicherlich auch noch selbst was zu lernen. Und er passt gerade gut in die Zeit. Auf dem über Wochenende geheimnisvollerweise gewachsenen Stapel liegt nämlich auch ein Auftrag, der zu deinem Thema passt: Die Website eines Zahnarztes soll neu getextet werden – mit den Schwerpunkten auf Prophylaxe und Zahnersatz. Und jetzt packe ich wohl mal die Schokolade, die hier neben mir liegt, weg und hole mir lieber einen Apfel, nicht wahr? 😉

Liebe Eve, noch einmal: Herzlichen Glückwunsch. Bitte schick mir deine Kontaktdaten per Mail an grasse@komplextext.de, damit wir in Ruhe einen Telefontermin ausmachen können, um über die Details deines Gewinns zu reden!

Happy Birthday, Komplextext!

Nur noch wenige Tage: Am Freitag knallen hier die Sektkorken – jedenfalls im übertragenen Sinne –  denn dann wird Komplextext ein Jahr alt. Unheimlich viel hat sich seither geändert. Entgegen aller Unkenrufe hat sich die enge Fokussierung als richtig erwiesen. Wo ich vorher einen Bauchladen voller toller Angebote hatte und von Grafik über Fotografie bis zur PR-Konzeption alles gemacht habe, ist da heute nur noch ein kleines Schatzkästchen in meiner Auslage: Da funkelt und glänzt der Text.

Und erstaunlicherweise fühle ich mich damit überhaupt nicht eingeschränkt. Das mag daran liegen, dass Kunden, mit denen ich auch früher schon zusammenarbeitete, wissen, dass ich auch die anderen Dinge kann und immer mal wieder auch in diesen Feldern um Unterstützung bitten. Aber das passiert nur noch sehr selten, auch weil ich es nicht forciere, denn auch beim reinen Texten kam in den vergangenen Monaten nie Langeweile auf.

Abwechslungsreiche, herausfordernde Aufträge

So unterschiedlich sind die Kunden und Projekte, für die und an denen ich arbeiten durfte. Das Magazin der Welterberegion Wartburg Hainich ist ein Herzensprojekt. Das ist Heimat und deren Schönheit so zu beschreiben, dass auch Fremde sich verlieben, war mir eine große Freude. Ganz neu entwickelte sich die Zusammenarbeit mit verschiedenen Agenturen, die im Auftrag ihrer eigenen Kunden Websites betexten lassen. Das kann relativ einfach sein – wie die Texte für eine Physiotherapiepraxis oder ein Sonnenstudio. Das kann aber auch richtig, richtig anspruchsvoll sein wie die Energiepolitiktexte für einen großen Industrieverband, die mich nicht nur als Texterin, sondern in meinem Kern als Journalistin gefordert haben. Sie waren nämlich nicht nur aufwendig zu schreiben, sie waren auch rechercheintensiv. Ebenso neu – und eine große Leidenschaft – sind die Bastelseiten, die ich einmal in der Woche für diverse Tageszeitungen in Südthüringen und Nordbayern produziere. Projekte zu finden, die sich mit Kindern basteln lassen, die echten Nutzwert bieten, nicht in jedem x-beliebigen Bastelbuch stehen, kein Vermögen kosten und die Wohnung nicht in ein Schlachtfeld verwandeln – die Herausforderung ist nicht zu unterschätzen. Und ich liebe sie.

Aktuell darf ich helfen, die Website des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal neu zu gestalten (Übrigens ist ein Naturpark etwas ganz anderes als ein Nationalpark. Es lohnt sich, sich damit mal zu beschäftigen. Bei Bedarf erkläre ich das auch gern in den Kommentaren). Auch das ist für mich Heimat (jedenfalls der südliche Teil), aber wie das so ist: Von den Schönheiten, die direkt vor der eigenen Haustür liegen, weiß man meistens am wenigsten. Deshalb liegt, wenn ich die Texte schreibe, jetzt immer ein kleiner Notizzettel neben meinem Rechner, auf dem ich mir aufschreibe, was ich mir jetzt endlich und unbedingt ansehen, welche Wege ich wandern und welche Abenteuer (Wasserwandern!) ich erleben muss.

Neues „Lebensjahr“ bringt neue Ideen und Projekte

Es war ein aufregendes Jahr, ein arbeitsreiches, ein befriedigendes. Und ich habe vor, das nächste genauso zu gestalten. Neue Projekte sind schon in Arbeit. Da ist das Bastelbuch, das im November erscheinen soll. Da sind die Schreibcoachings, die ich anbiete – und die im Frühjahr durch ein ebook und eine kostenlose Online-Challenge flankiert werden sollen. Und auch meine eigene Weiterbildung wird ein Schwerpunkt werden. Im Moment zum Beispiel arbeite ich mich in alles ein, was mit SEO-Texten zu tun hat, also Beiträgen, die für Suchmaschinen optimiert sind.

Dieses Geburtstagsgeschenk können Sie gewinnen!

Aber erstmal feiere ich Geburtstag. Und zum Geburtstag gehören Geschenke. Und wenn ich mich auch immer über Geschenke freue (Danke für die leeren Kaffeekapseln zum Basteln, lieber Kollege, die sind diese Woche gut angekommen!) – heute bekommen Sie ein Geschenk. Zum 1. Geburtstag von Komplextext verlose ich einen Text. Wenn Sie also eh gerade Ihre Website neugestalten oder einen Flyer, ein Mailing, einen Liebesbrief, eine Rede oder irgendetwas anderes schreiben wollten, ist das hier Ihre Chance.  Unter allen Beiträgen, die als Kommentare hier im Blog oder auf der Komplextext-Facebookseite eingehen, verlose ich maximal zwei DIN A4-Seiten Text. Das sind etwa 1200 Wörter oder knapp 8000 Zeichen. Damit lässt sich eine ganze Menge sagen – vor allem in einem professionellen Beitrag. Vorher besprechen wir natürlich ausführlich Ziele, Zielgruppen, Inhalte und Ausspielwege, damit Sie Ihren Gewinn am Ende auch wirklich sinnvoll einsetzen können.

Ich glaube zwar nicht, dass dieser Hinweis nötig ist, aber dennoch: Der Gewinn kann nicht eingelöst werden für Texte, die gegen Gesetze oder die guten Sitten verstoßen. Ich behalte mir vor, das Texten abzulehnen, wenn ich es nicht mit meinen Überzeugungen oder meinem Berufsethos vereinbaren kann. Für die Richtigkeit der Informationen übernimmt der Gewinner die Gewährleistung, sofern sie von ihm zur Verfügung gestellt wurden.

Also los, ran an die Tasten: Feiern Sie mit mir den 1. Komplextext-Geburtstag, schreiben Sie mir in den Kommentaren, wofür Sie Ihren Gewinn einsetzen würden und ich lasse Ende nächster Woche das Los entscheiden, wenn es mehrere Interessenten gibt. Damit es spannender wird, dürfen Sie diesen Beitrag natürlich auch gern großzügig teilen und weiterverbreiten. Happy Birthday!

Stillos: Als Texter bin ich Handwerker, kein Künstler

Vor kurzem erklärte ich hier, dass der größte Vorteil für meine Kunden die Tatsache ist, dass ich von nichts so richtig Ahnung habe. Es gibt einen weiteren: Ich bin keine Edelfeder. Sie wissen schon: Autoren, die regelrecht Künstler sind, die mit Sprache malen und komponieren und deren Stil so unverkennbar ist, dass Sie den Autorennamen gar nicht lesen müssen, um zu wissen, von wem der Text ist. Sprache auszureizen, mit ihr zu spielen und sie zu zelebrieren, genieße auch ich. Aber ich habe keinen persönlichen Stil. Ich bin eher Handwerker als Künstler. Wie ein Drechsler lernt, wie er das Holz bearbeiten muss, damit es am Ende gleichmäßig und weich ist, habe ich gelernt, wie ich Worte bearbeiten und verbinden muss, um eine bestimmt Wirkung zu erzielen.

Jeder Text ist anders – weil jeder Kunde anders ist

Und darin liegt in Sachen PR ein großer Vorteil: Ich bin auf das Handwerk, die Basis festgelegt, aber nicht auf das Ergebnis. Mein Stil ist flexibel und ich kann ihn frei auf den Auftraggeber und seine Zielgruppen anpassen. Das macht mich – so ehrlich muss man sein – als Autorin austauschbar. Es würde im Zweifel nicht auffallen, wenn ich zum Beispiel in der Zeitung nicht mehr schreibe, weil es einfach ein anderer machen würde. Wollte ich mein Geld vor allem im Journalismus oder als Buchautorin verdienen, würde mir das das Leben ziemlich schwer machen. Will ich aber nicht. Ich genieße die Mischung, die ich beruflich leben darf und zu der eben auch gehört, dass ich einen großen Teil meiner Zeit in PR-Projekte stecke. Dort ist meine „Stillosigkeit“ ein Segen.

Für einen Wirtschaftsverband, für den ich kürzlich wirtschaftspolitische Dossiers und Einzeltexte schrieb, texte ich ganz anders als für ein Gästemagazin, das den Jahreslauf extra für Kinder aus Sicht einer Wildkatze schildert. Einen Text für die Website eines Sonnenstudios lasse ich anders klingen als den für einen Finanzdienstleister. Und selbst in eigener Sache passe ich meinen Rhythmus, meine Klangfarbe und meine Ansprache an: Hier auf dem Komplextext-Blog bin ich formeller unterwegs als auf tueteglueck.wordpress.com, meinem Kreativblog, der aber inzwischen auch Teil meiner professionellen Präsenz ist.

„Komische“ Fragen im Kundenbriefing ernst nehmen

Aus diesem Grund bitte ich bei einem Briefing durch den Kunden auch immer um mehr als eine Erklärung zu Inhalt und Länge des Textes. Ich frage einen Kunden zum Beispiel auch nach solchen Dingen:

  • Wer soll den Text lesen?
  • Wie soll sich der Leser fühlen, wenn er den Text gelesen hat?
  • Was soll der Leser tun, wenn er den Text gelesen hat?
  • Welche Eigenschaften soll man mit Ihrem Unternehmen/Produkt/Angebot verbinden?
  • Welche Eigenschaften verbinden Sie mit Ihrem Unternehmen/Produkt/Angebot?

Diese Fragen stelle ich so nicht immer im Wortlaut, es gibt diverse Abwandlungen je nach Typ Mensch, der mir gegenüber sitzt. Der eine mag solche Gespräche eher sachlich und faktenorientiert, der andere fühlt sich auf der emotionalen Ebene direkt wohl. Aber wie auch immer es mir gelingt: Um den Text wirklich auf den Kunden zuzuschneiden, brauche ich die Antworten auf diese weichen Fragen, denn sie geben mir – mehr als alle Fakten – einen Hinweis darauf, wie der Text aufgebaut sein muss und wie er klingen darf.

Wenn Sie also das nächste Mal einen Texter engagieren und er Ihnen solche vermeintlich seltsamen Fragen stellt: Blocken Sie nicht ab, sondern freuen Sie sich. Vermutlich haben Sie auch ein Exemplar erwischt, das kein Künstler ist, sondern ein solider Handwerker. Und wie jeder gute Handwerker baut er Ihnen ihr (textliches) Zuhause so, dass Sie und Ihre Mitbewohner sich wohl fühlen – und nicht so, wie er selbst es gerne hätte.

Mein Vorteil: Ich kenne mich nirgendwo richtig gut aus

Vor kurzem fragte mich eine meiner liebsten Auftraggeberinnen, ob ich mich auch in Servicethemen auskenne würde. Zufällig ist das einer meiner Schwerpunkte, aber ich antwortete ihr trotzdem etwas ausführlicher und die Essenz meiner Antwort lautete: Mein größter Vorteil als Texterin ist, dass ich mich in fast keinem Thema richtig gut auskenne. Und tatsächlich ist das keine Koketterie, sondern ein ganz ernst gemeinter USP. Ich bin kein Experte. Ja, durch Zufall und die Erfahrung vergangener Projekte fühle ich mich in Themen aus dem Tourismus, zu Generationenfragen oder dem Verbaucherschutz wohler als zum Beispiel bei Finanzen oder Umweltpolitik. Aber Experte bin ich nur in einem Thema: im Texten, in der Kommunikation.

Fehlende Expertise ist Vorteil für Kunden

Für meine Kunden ist das ein großer Vorteil. Zum einen, weil mein Wissen um meine Wissensdefizite dafür sorgt, dass ich jedes Thema neu und sorgfältig recherchiere, bevor ich es schreibe. Und zum anderen, weil ich mich den Themen durch dieses Unwissen genau so nähere wie die Leser das später tun. Meine Kunden bekommen also Texte, die ihre Kunden und Partner garantiert verstehen – selbst dann, wenn diese Leser Experten sind. Für mich ist die Arbeit meistens leichter, wenn ich für Laien wie mich selbst schreiben soll. Für Experten zu schreiben, ist aber spannender, denn es bedeutet, richtig tief in ein Thema einzusteigen, viele Quellen zu vergleichen, Sekundärliteratur zu lesen oder mich beraten zu lassen – so lange, bis ich wirklich verstanden habe, worum es geht. Und das dann so aufzuschreiben, dass, wer meinen Text liest, eben keine Sekundärliteratur und Fachberatung mehr braucht.

Manchmal durchdringe ich ein Thema ganz schnell. Vor allem, wenn es um Reportagen mit Vor-Ort-Recherche geht. Es gibt wenig Aufträge, die ich lieber annehme als solche. Dann ist es mir auch egal, wenn das Wetter ekelhaft und der Weg lang ist. Wie im Dezember, als ich für die Recherche zum neuen Magazin des Tourismusverbandes der Welterberegion Wartburg Hainich einmal quer durch Thüringen fuhr, um mir den Unterschied zwischen Natur- und Nationalpark live erklären zu lassen. (Kennen Sie auch noch nicht? Dann sollten Sie ab Mitte März mal in den Hainich fahren – oder auf die Wartburg, nach Eisenach, Mühlhausen oder Bad Langensalza. Überall dort wird dann das neue Magazin kostenlos zu haben sein. Und es wird toll werden!)

Schwieriger ist das mit Themen wie Energiepolitik oder Compliance – beides Felder, die ich für die Website eines großen Industrieverbandes bearbeitet habe. Beides hochspannende Themen. Aber auch beides Bereiche, mit denen ich vorher so gut wie nie zu tun hatte (die Lokaljournalismus-Termine, bei denen Lokalpolitiker Windräder besichtigen, zählen hier eher nicht). Die Recherche fing ganz einfach mit Onkel Googel an – und endete damit, dass ich Gesetzeskommentare las, die in unserem Haushalt zum Glück herumstehen, und mir Gesetzgebungsverfahren und Vokabeln aus dem internationalen Recht erklären ließ, bis ich ganz sicher sein konnte, zumindest die wichtigsten Komplexe zu durchschauen. Das war anstrengend (und machte sehr klar, dass meine Entscheidung vor vielen Jahren, lieber doch nicht Jura zu studieren, die richtige war), aber auch sehr, sehr spannend.

Gute Texter können texten – und recherchieren

Also: Wenn Sie demnächst einen Texter suchen (und völlig unverständlicherweise nicht sofort bei mir anrufen), dann fragen Sie ihn nicht, ob er sich in Ihrem Thema auskennt, sondern fragen Sie ihn, ob er texten kann – und ob er Lust und Leidenschaft und genug Professionalität mitbringt, sich in ihr Thema einzuarbeiten.

Journalismus ertrinkt im Selbstmitleid

Gewöhnlich sollte an dieser Stelle – wie an jedem Dienstag – ein im besten Falle sinnvoller, unterhaltsamer, erkenntnisreicher Blogeintrag über die Medien und den Journalismus stehen. Ich habe es auch versucht. Wirklich. Ein Post zum Sinn und Unsinn von Quoten in Redaktionen wartet darauf, geschrieben zu werden. Einer über die Verwendung von Listicals in Pressemitteilungen. Oder einer über Soziale Netzwerke, denen ich noch nie auch nur einen Blick gegönnt habe. Alle diese Texte widersetzen sich mir. Und das schon seit Wochen.

 

Es ist nicht einfach nur das Weiße-Blatt-Syndrom. Es ist eine ausgeprägte Unlust, sich mit der Branche zu beschäftigen – und sich runterziehen zu lassen – die mich gerade hindert, vernünftige Blogeinträge zu meinem Thema zu verfassen. Sich über die Zukunft der eigenen Branche Gedanken zu machen, fühlt sich nur solange gut und sinnvoll an, wie es eine Chance darauf gibt, dass diese Gedanken irgendwas bewirken, etwas auslösen. Die aktuelle Debatte von Journalisten über Journalismus löst aber nur eins aus: Dass noch mehr Menschen sich noch mehr Gedanken machen – und dabei meist gemeinsam den Abgesang klassischer Medien und des Qualitätsjournalismus anstimmen (Ausnahmen bestätigen die Regel!).

 

Journalisten im Wachkoma

 

Mein Lieblingsmärchen war eigentlich immer Aschenputtel, aber aktuell fühle ich mich wie Dornröschen (oder wie ein beliebiger Teil ihres Hofstaates). Nur dass wir nicht schlafen, sondern im Wachkoma liegen. Wir kriegen schon mit, dass rings um uns die Anzeigenerlöse und Abozahlen einbrechen, dass ein Großteil der Onlineauftritt der großen Medien schlecht gemacht ist und dass die meisten regionalen Tageszeitungen aus Lesersicht etwa so aufregend sind wie ein Stück Zwieback, ungezuckert. Aber wir können keinen Finger rühren, um das alles zu ändern. Tatsächlich scheinen wir zu nichts anderem in der Lage, als immer weiter darüber nachzudenken, was schief läuft, und wie man es besser machen kann – und zwar so lange, bis sich die Gedanken im Kreis drehen. Und das tun sie in dieser Branche schon seit Monaten.

 

Wenn man aber immer wieder nur das gleiche liest und hört und selber denkt, macht es keinen Spaß mehr, sich damit zu beschäftigen. Deshalb blockieren mein Hirn und meine Finger, wenn sie über Medien schreiben sollen. Viel lieber würde ich etwas machen, um die Dinge zu ändern, muss aber zugeben, dass mir dafür zwei Dinge fehlen: Zum einen leide ich an einem bemerkenswerten Mangel an Mut, wenn es darum geht, für ein Projekt meine ohnehin schmalen finanziellen Reserven (oder die der Firma) anzugreifen. Zum anderen weiß ich zwar, dass sich etwas ändern muss, und dass es tolle, innovative, neue Ideen gibt, aber mir selbst fällt schlichtweg nichts ein, was es nicht schon mal gegeben hätte, und schon gar nichts, was wirtschaftlichen Erfolg versprechen könnte. Ich weiß, dass es wie mir etlichen, vor allem freien, Kollegen geht. Dabei fallen mir auf Anhieb ein guter Grafiker, mehrere Filmer, ein Webdesigner, jede Menge Musiker und Dutzende brillante Fotografen und ebenso viele Texter ein, mit denen gemeinsam ich garantiert tolle Projekte spinnen und realisieren könnte. Nur hat keiner von uns Geld und dummerweise ist auch keiner von uns ein Vertriebler, der gut darin ist, welches zu beschaffen. Aber genau das müssen wir jetzt lernen, wenn wir eine Zukunft haben wollen.

Akquise lernen

 

Mein Weiterbildungsmoment bis zum Jahresende heißt deshalb: sich überwinden lernen, Akquise betreiben. Zum Telefonhörer zu greifen und sich anzubieten, ist so unfassbar viel schwerer als eine Mail zu schreiben und den Kunden als „ohne Interesse“ abzuschreiben, wenn er nicht antwortet (was sie quasi nie tun, weil diese Mails im Spamfilter landen oder von der Sekretärin, pardon: Assistentin, aussortiert werden). Ich hasse diese Anrufe. Ich schiebe sie vor mir her. Ich verliere all mein Selbstvertrauen, meine Redegewandheit und meine Souveränität. Aber es gab auch mal eine Zeit, da hielt ich Reden immer viel zu schnell, wurde atemlos, meine Stimme wurde hoch und höher. Heute geht das problemlos. Bei Angstpatienten nennt man das wohl Konfrontationstherapie. Ich werde mich also mit der Akquise konfrontieren. Erstmal im Kleinen für uns, für Curcuma. Neue Kunden, neue Aufträge, neue Diskussionen darüber, dass wir nicht teuer sind, aber sehr wohl auf ein angemessenes Honorar bestehen. Wenn das klappt, ohne dass ich jedes Mal Stresspickel kriege, dann wage ich mich an die großen Ideen.

 

Dann rufe ich die tollen Grafiker, Texter, Webdesigner, Musiker und Fotografen an, die ich kenne und frage sie, ob wir die Branche nicht mit einem eigenen, grandiosen Projekt rocken wollen. Dann telefoniere ich mit den Verlags- und Senderchef und frage, ob sie sich finanziell beteiligen wollen. Dann bettle ich bei der Crowd und wünsche mir von meiner Familie Geld zum Geburtstag. Damit dieses elende Selbstmitleid endlich ein Ende hat und ich wieder das mache, was ich als Journalistin immer machen wollte: neues entdecken, Menschen begeistern – und meinen Namen wenn schon nicht im Bücher-, dann doch vielleicht im (virtuellen) Zeitschriftenregal zu sehen.