#stolzTexte: Besser schlafen

Interviews werden in der Unternehmenskommunikation immer noch wie ungeliebte Stiefkinder behandelt. Dabei können Sie so viel leisten: In der Regel bringen Sie mehr Aufmerksamkeit als eine bloße Meldung und zwar sowohl im eigenen Unternehmensblog wie auch in der klassischen Medienarbeit. Ich rufe heute den Tag des Interviews aus und lege mit diesem über guten Schlaf vor, das ich kürzlich für ein Magazin geschrieben habe:

 

Gute Nacht, Thüringen!

Laut einer Statistik des Portals Statista litten im Jahr 2016 immerhin 38 Prozent der Deutschen an Einschlafproblemen. 45 Prozent konnten nicht gut durchschlafen. Doch wer schlecht schläft, kann auch seine Tage nicht genießen. Prof. Dr. Matthias Schwab, Leiter des interdisziplinären Schlaflabors am Universitätsklinikum Jena, kennt alle gängigen Schlafstörungen – und weiß, was dagegen hilft.

Prof. Dr. Schwab, was ist „guter“ Schlaf?

Menschen schlafen dann gut, wenn sie sich am nächsten ausgeschlafen und erholt fühlen. In der Regel ist das der Fall, wenn man gut durchschlafen kann.

Ist „guter“ Schlaf also für alle Menschen gleich?

Grundsätzlich ja. Was wir brauchen, um durchzuschlafen und erholt aufzuwachen, ist aber von Mensch zu Mensch verschieden. Es gibt zum Beispiel Kurzschläfer und Langschläfer. Das ist weitestgehend genetisch programmiert. Ein Kurzschläfer kann auch nach sechs Stunden Schlaf absolut erholt und fit sein. Ein Langschläfer braucht vielleicht mehr als acht Stunden, um auf dasselbe Ergebnis zu kommen. Und auch die optimale Einschlafzeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Sind Sie eher ein Morgenmensch, können Sie sich zwar antrainieren, lange wach zu bleiben, aber Höchstleistungen werden Sie abends nicht mehr bringen. Umgekehrt geht es Abendtypen so, wenn Sie früh am Morgen Spitzenergebnisse liefern sollen.

Morgen- oder Abendtyp: Ist das ebenfalls genetisch vorgegeben?

Ja, allerdings nicht gleich von Geburt an. Der Schlaf-Wach-Rhythmus von Babys wird nahezu ausschließlich vom Hunger bestimmt. Erst wenn die innere Uhr gereift ist, bildet sich allmählich auch der Aktivitätstyp heraus, wobei jüngere Kinder fast immer Morgentypen und fast alle Jugendliche in der Pubertät Abendtypen sind. Erst danach, also so mit 17 oder 18 Jahren, legt sich endgültig fest, zu welchem Typ wir als Erwachsene gehören.

Welchen Einfluss hat die Umgebung auf die Schlafqualität?

Die Umgebung kann großen Einfluss auf den Schlaf haben. Wenn es laut ist oder sehr hell im Schlafzimmer, verhindert das unter Umständen, das wir einschlafen.

Wie soll das Schlafzimmer also gestaltet sein?

Zunächst einmal ist es wichtig zu unterscheiden: Wer gut schläft, also problemlos ein- und durchschläft und sich am nächsten Tag erholt fühlt, kann tun und lassen, was er will. Er kann einen Fernseher ins Schlafzimmer stellen und bei laufendem Krimi einschlafen. Er kann wenig schlafen und spät ins Bett gehen und von mir aus auch direkt vor dem Einschlafen Sport machen. Solange er seinen Schlaf-Wach-Rhythmus einigermaßen dem Tag-Nacht-Rhythmus anpasst, damit die Hormonproduktion nicht durcheinander gerät, wird das alles keine Probleme verursachen.

Erst, wenn wirklich Schlafstörungen auftreten, können sogenannte schlafhygienische Maßnahmen sinnvoll sein, zu denen auch die Gestaltung des Schlafzimmers gehört. In diesem Fall empfehlen wir, den Raum möglichst dunkel zu halten, denn erst bei Dunkelheit wird das schlafanstoßende Hormon Melanin aktiv. Außerdem sollte das Schlafzimmer ruhig und kühl sein. Nachts sinkt unsere Körpertemperatur. Das ist normal und mit einem kühlen Schlafzimmer kommen wir dem entgegen. Auch eine gute Matratze kann helfen, den Schlaf zu verbessern.

Und woran erkennt man eine gute Matratze?

Daran, dass man am nächsten Tag keine Rückenschmerzen hat. Vor dem Kauf sollte man auf jeden Fall probeliegen und sich beraten lassen. Grundsätzlich gilt: Sehr dicke Matratzen und solche aus Latex, die sich der Körperform richtig anpassen, sind besser als einfache Schaumstoffmatratzen. Aber im Details muss jeder selbst ausprobieren, welche Matratze für ihn perfekt ist.

Was ist mit elektronischen Geräten? Dürfen die ins Schlafzimer?

Wie gesagt: Jemand, der keine Schlafprobleme hat, kann das halten, wie es ihm gefällt. Bei Schlafstörungen sollte man allerdings alles aus dem Raum verbannen, was nichts mit dem Schlafen zu tun hat. Das Gehirn soll lernen, das Schlafzimmer mit Schlaf zu assoziieren – und nur damit. Deshalb empfehlen wir auch, sich nicht ewig im Bett herumzuwälzen, wenn man nicht schlafen kann. Wer nach 15 bis 30 Minuten immer noch wach ist, sollte lieber aufstehen. Gehen Sie in einen anderen Raum. Dort können Sie auch lesen oder fernsehen, wenn Sie das müde macht. Aber wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, sollten Sie das nicht im Bett tun. Dort wird nur geschlafen.

Welche Verhaltensweisen oder Rituale können helfen, besser, also gesünder, zu schlafen?

Rituale sind grundsätzlich eine gute Idee, weil sie in der Regel helfen, ruhiger zu werden und zu entspannen – und das ist die wichtigste Voraussetzung, um gut und schnell einzuschlafen. Deshalb führen die meisten Eltern ja auch Rituale ein, wenn es darum geht, Kinder ins Bett zu bringen. Ob Sie jeden Abend eine heiße Milch mit Honig oder einen Abendtee trinken, einen Spaziergang machen oder Entspannungsübungen, ist Ihnen überlassen. Die Rituale selbst haben meist keinen kausalen Zusammenhang zum Schlaf. Es handelt sich dabei eher um einen sehr effektiven Placeboeffekt, denn durch die regelmäßige Wiederholung lernt das Gehirn dieses Rituale mit Schlaf zu verbinden. Und der Schlaf ist nichts, was einfach „passiert“. So fühlt es sich zwar an, aber in Wirklich ist es für das Gehirn ein aktiver Prozess. Es muss den Schlaf „anstoßen“, damit wir einschlafen.

Schlafen wir heute besser oder schlechter als früher?

Weder noch. Ich glaube, dass es heute nicht mehr Schlafstörungen gibt als früher. Aber wir sind heute so fokussiert auf uns und überprüfen ständig jeden Bereich unseres Lebens. Dafür hatte man früher einfach keine Zeit und deshalb sind Schlafstörungen damals nicht so häufig aufgefallen und erst Recht nicht so oft behandelt worden.

Für manchen Patienten wäre es gut, ein bisschen dieser Sorglosigkeit zurückzugewinnen. Viele Schlafstörungen entstehen auch, weil die Patienten sich Schlafdruck machen. Sie haben mal gehört, dass man eine bestimmte Schlaflänge braucht, um gesund zu bleiben und machen sich wahnsinnigen Stress, wenn sie nicht rechtzeitig genug einschlafen, um auf diese Stundenzahl zu kommen. Sie gehen dann vielleicht früher ins Bett, obwohl sie noch gar nicht müde sind und mit jeder Stunde, die sie wach im Bett liegen, steigt ihre Angst, gar nicht mehr schlafen zu können, am nächsten Tag nicht fit zu sein und krank zu werden. Daraus entsteht dann ein Teufelskreis, weil sie diese Gedanken so aufwühlen, dass sie erst Recht nicht mehr schlafen können und dann natürlich am nächsten Tag nicht erholt sind – und abends im Bett wird die Angst vor der Einschlafstörungen dann gleich noch ein bisschen schlimmer.

Es stimmt also nicht, dass man mindestens acht Stunden Schlaf braucht?

Nicht in dieser Pauschalität. Wie viel Schlaf man braucht, ist wirklich von Mensch zu Mensch verschieden.

Welches sind die häufigsten Probleme, die den Schlaf stören?

Am häufigsten treten sogenannte psycho-physiologische Insomnien auf. Das sind Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten, die in der Regel psychische Ursachen haben. Das kann durch genetische Prädispositionen begünstigt werden, wenn jemand also schon von vornherein ein Schlechtschläfer ist. In der Regel trifft es aber Menschen, die sehr stressanfällig sind und zum Grübeln neigen.

Es gibt auch Patienten, die das Gefühl haben, ständig wach zu sein. Im Schlaflabor stellt sich dann aber manchmal heraus, dass sie in Wirklichkeit durchschlafen. Unser Tiefschlaf – das ist der Schlaf, der für den Erholungseffekt sorgt – unterteilt sich in mehrere Phasen. Eine davon ist der sogenannte Leichtschlaf. Und diesen empfinden diese Patienten als Wachsein.

Es gibt auch organische Ursachen für Schlafstörungen, die sind aber extrem selten.

Welche Ursachen können das sein?

Die Schlafkrankheit zum Beispiel. Oder auch das Schnarchen, das mit Atemaussetzern einhergeht, hat in der Regel körperliche Ursachen und muss behandelt werden, damit es nicht zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt.

Wer ist vor allem von Schlafproblemen betroffen?

Das ist unterschiedlich. Psycho-physiologische Insomnien betreffen eher Frauen. Das Schnarchen mit Atemaussetzern ist ein typisches Männerproblem – vor allem, wenn Männer stark übergewichtig sind.

Wann ist ein Schlafproblem behandlungsbedürftig?

Grundsätzlich sollte man Schlaf nicht problematisieren. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang und in der Regel holt sich der Körper den Schlaf, den er braucht. Auch Schlafstörungen sind nicht gleich schädlich. Wenn jemand gerade besonders viel Stress hat, zum Beispiel, weil er die Arbeitsstelle gewechselt hat oder einen Angehörigen pflegt, dem es sehr schlecht geht, wird das auch Auswirkungen auf die Schlafqualität haben. Das gibt sich aber wieder, wenn das Leben ruhiger wird. Wer aber ohne äußeren Anlass länger als einen Monat Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen hat, sollte das ärztlich abklären lassen.

An wen kann sich jemand wenden, der Hilfe bei Schlafproblemen sucht?

Zunächst natürlich an den Hausarzt. Der kann dann auch an eine Schlafsprechstunde beziehungsweise ein Schlaflabor überweisen.

Was passiert in einem Schlaflabor?

Die Patienten werden an verschiedene Messgeräte angeschlossen, die die Körperfunktionen während des Schlafes überwachen. So können wir zum einen das subjektive Empfinden der Patienten objektivieren. Wir finden also heraus, ob sie wirklich so schlecht und so wenig schlafen, wie sie glauben. Ist das nicht der Fall, geht die Diagnostik weiter, weil hinter dem Abgeschlagenheitsgefühl und der Müdigkeit vielleicht andere Ursachen liegen.

Aber wir können natürlich auch feststellen, wenn jemand wirklich Atemaussetzer hat und wie schwerwiegend diese sind.

Wie geht es für die Patienten nach dem Aufenthalt im Schlaflabor weiter?

Ist geklärt, dass wirklich ein behandlungsbedürftiges Schlafproblem vorliegt, stoßen wir die Therapie an. Die fällt je nach Diagnose sehr unterschiedlich aus und wird mit jedem Patienten individuell festgelegt. Häufig ist sie eine Mischung aus psychotherapeutischen Ansätzen, medikamentöser Behandlung und schlafhygienischen Maßnahmen.

Das heißt, es werden Schlafmittel verschrieben?

Nur in sehr seltenen Fällen. Manchmal kann das indiziert sein, um den Körper zur Ruhe zu bringen und dem Gehirn zu zeigen, dass das mit dem Schlaf sehr wohl klappen kann. So lässt sich der Teufelskreis aus Schlafstörung und Schlafdruck durchbrechen. Schlaftabletten können aber abhängig machen und dürfen nicht länger als vier Wochen eingenommen werden. Häufiger arbeiten wir deshalb mit Antidepressiva – auch wenn der Patient keine Depression hat. Antidepressiva sind zum Langzeitgebrauch bestimmt und machen deshalb nicht abhängig, dafür ist eine sehr häufige Nebenwirkung einiger Antidepressiva, dass sie müde machen und den Schlaf fördern. Das machen wir uns zunutze.

Und was ist mit „schlafhygienischen Maßnahmen“ gemeint?

Das sind vor allem Dinge, die der Patient selbst tun kann und muss, um seine Schlafqualität wieder zu verbessern. Das geht von der Gestaltung des Schlafzimmers, die wir schon angesprochen haben, bis zur Schlafrestriktion. Dabei geht der Patient bewusst erst sehr spät ins Bett – so spät, dass er wirklich müde ist – steht aber zu seiner normalen Zeit auf. Und auch tagsüber sollen diese Patienten nicht schlafen. Das führt zwar dazu, dass sie sich einige Tage erschöpft fühlen, hilft Gehirn und Körper aber, wieder zu einem Schlafrhythmus zu finden. Allmählich wird die Einschlafzeit dann wieder vorverlegt.

Und was ist mit den Schnarchern, deren Atem aussetzt? Hilft ihnen diese Art der Therapie auch?

Nein, diese Schlafstörung wird anders behandelt. Oft hilft es diesen Patienten schon, auf der Seite statt auf dem Rücken zu schlafen und abzunehmen. Das Problem ist nämlich, das bei starkem Übergewicht die Muskulatur verfettet und schlaff wird – auch die, die die Zunge hält. Schlafen diese Patienten auf dem Rücken, kann es deshalb passieren, das die Zunge nach hinten fällt und die Atemwege verlegt. Die Atemaussetzer führen dann zu Sauerstoffmangel im Blut und das kann langfristig ernsthafte gesundheitliche Schäden verursachen. Deshalb sollten diese Patienten unbedingt zügig zum Arzt gehen. Mit einem speziellen Atemgerät, dass nachts zusätzlich Luft in die Atemwege bläst, kann man dieses Problem gut behandeln. Das führt in der Regel schnell zu einer deutlichen Verbesserung der Schlafqualität und damit fühlen sich diese Patienten auch am Tag wieder fitter.

Dieser Text ist im Magazin „Besser leben in Thüringen“ erschienen, das die Mediengruppe Thüringen herausgibt.

Es gibt immer etwas zu sagen – und immer einen Grund, es zu veröffentlichen

Wenn Unternehmen mich bitten, Ihnen bei Ihrer Öffentlichkeitsarbeit unter die Arme zu greifen, stehen zwei (angebliche) Probleme meist ganz weit oben auf der Agenda: Dass die Abdruckquote in den klassischen Medien massiv gesunken sei in den vergangenen Jahren (Wie man das ändert, dazu gern in einem späteren Blogpost mehr.) und dass man einfach nicht genug Themen habe, um eine hohe Schlagzahl an Veröffentlichungen aufrecht zu erhalten. Ich behaupte: In jedem Unternehmen gibt es genug Anlässe und Themen, um mindestens einmal pro Woche damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Achtung: Damit meine ich nicht zwingend, jede Woche eine Pressemitteilung zu verschicken, aber alle originären Kommunikationskanäle zusammen betrachtet, ist das leicht zu schaffen.

Kleiner Exkurs: Ich betone das „originäre Kommunikationskanäle“ ganz bewusst, weil zum Beispiel die sozialen Netzwerke für die meisten Unternehmen nur Distributionskanäle sind, aber keine Plattformen, auf denen sie exklusiven, originären Inhalt publizieren. Das passiert eher via Pressemitteilung, auf der Firmen-Website, in Kunden- und Mitarbeitermagazin oder – in den selten Fällen, in denen eines vorhanden ist – im Firmenblog. Und genau diese Plattformen meine ich mit „originäre Kommunikationskanäle“.

Die folgende Liste möglicher Themen und Anlässe erhebt nicht im geringsten den Anspruch vollständig zu sein. Im Gegenteil, ich will Ihnen damit nur einen kleinen Inspirationsschub mit auf den Weg geben. Schauen Sie in Ihrem Unternehmen genauer hin. Erzählenswert sind nicht nur die großen Erfolge und abgeschlossenen Entwicklungen. Prozesse, Details, sogar Misserfolge können eine professionelle Unternehmenskommunikation authentischer und erfolgreicher machen – wenn sie diese Dinge auf die richtige Weise an die richtigen Leute bringt:

Personalien

Nein, dieser Punkt meint nicht, dass sie jeden neuen Mitarbieter in einer eigenen Meldung auf der Website oder gar einer Pressemitteilung vorstellen sollen. Je nach Größe Ihres Unternehmens artet das schnell aus und ist deshalb auf der Intranetseite besser aufgehoben (die übrigens mindestens ebenso sorgfältig gepflegt werden sollte wie die Website). Aber ab einer gewissen Hierarchiestufe sind Personalwechsel auch für die Medien, Geschäftspartner und Kunden interessant. Natürlich könnten Sie jetzt die Standard-Vita des neuen Mitarbeiters/Chefs verschicken – allerdings müssen Sie sich dann nicht wundern, wenn es keiner liest. Seien Sie kreativ und damit anders als die anderen. Denken sie ungewöhnlich und präsentieren Sie die Personalie neu. Zum Beispiel als Interview (bitte mit wirklich interessanten Fragen statt in Antworten gekleidetes, belangloses Marketing-Bla-Bla).

Um die richtigen Fragen zu finden, hilft ein Perspektivwechsel. Denken Sie nicht aus Unternehmenssicht, sondern fragen Sie sich, was Sie als Kunde oder Partner wirklich von dieser Person willen wollen würden. Fällt Ihnen nichts ein? Dann nutzen Sie die Kaffeküchen-Runde oder die Mittagspause und hören Sie sich mal unter Ihren Kollegen um, welche Fragen die an den neuen Chef oder Kollegen hätten.

Der wirklich schwierige Part kommt erst danach: Jetzt müssen Sie nämlich „den Neuen“ (Gemeint ist immer auch die weibliche Form, aber ich finde es lästig und unlesbar, stets beide Formen zu schreiben.) davon überzeugen, sich auf diese eher ungewöhnliche Art der Vorstellung einzulassen. Je weiter derjenige in der Hierarchie über Ihnen steht, umso schwieriger ist das oft. Aber vielleicht hilft ein kleiner Hinweis aus dem Redaktionsalltag: Personalien, die nicht wie Werbung klingen, sondern wirklich etwas zu sagen haben und dann auch noch in Darstellungsformen druckfertig geliefert werden, die nicht allzu oft in den Medien vorkommen, werden von Journalisten ganz gern gesehen – das gilt vor allem im Lokalen und Regionalen. Sie werden vermutlich trotzdem nicht eins zu eins gedruckt, sondern gekürzt, umformuliert oder nur als Anlass für ein eigenes Gespräch benutzt, aber sie bleiben bei den Medienvertretern auf jeden Fall in (guter) Erinnerung und haben damit mehr geschafft als die anderen 150 Unternehmen, die an diesem Tag eine Mail an die Redaktion geschickt haben.

Misserfolge

Schon klar, Sie möchten natürlich mit Ihren Erfolgen in Verbindung gebracht werden. Misserfolge beschädigen den Ruf und im schlimmsten Fall auch den wirtschaftlichen Status Ihres Unternehmens und Sie möchten nicht, dass das in die Öffentlichkeit dringt. Das ist völlig nachvollziehbar und diese Art Misserfolge sind mit diesem Punkt auch nicht gemeint. Aber es gibt Misserfolge, die streng genommen gar keine sind.

Ein Beispiel: Sie sind ein Industrieunternehmen, das Turnschuhe herstellt. Ihr Plan war, einen besonders ergonomischen Schuh zu produzieren, doch die Art und Weise, in der Sie das tun wollten, hat sich als unpraktikabel erwiesen. Das kommunizieren Sie nach außen – natürlich mit einer ausführlichen Begleitgeschichte darüber, in welche neue Richtung sie jetzt denken und forschen und mit dem Hinweis, dass Ihnen die Gesundheit Ihrer Kunden viel wichtiger ist als der schnelle Profit. Sie haben damit Transparenz bewiesen und gleichzeitig im besten Sinne Imagewerbung betrieben und vor allem sind Sie im Gespräch geblieben.

Prozesse

Um beim Beispiel mit dem Turnschuh zu bleiben: Versorgen Sie Ihr Publikum mit regelmäßigen Updates über den Entwicklungsfortschritt. Das gilt für die Presse ebenso wie für Endkunden. Bei solchen „Nachdrehern“ müssen Sie nur zwei Dinge beachten: Veröffentlichen Sie nur dann ein Update, wenn es auch wirklich relevante Neuigkeiten gibt und tun Sie das auf eine Weise, die sich nicht wie das Forschungsprotokoll liest. Updates sind dazu da, das Interesse hoch zu halten und das Verlangen nach dem fertigen Produkt, der neuen Dienstleistung zu steigern – so dass es den Höhepunkt erreicht, wenn Sie mit diesem neuen Angebot auf den Markt gehen. Das gelingt aber nur, wenn Sie die Prozesse so beschreiben, dass auch der Laie sie beim ersten Lesen (oder Hören oder Sehen) versteht – und davon mitgerissen wird (Auch zum mitreißenden Schreiben wird es dieses Jahr noch einen Blogpost geben).

Veranstaltungen

Zugegeben, es ist verlockend, über das Sommerfest, den Tag der offenen Tür oder den Betriebsausflug eine Pressemitteilung oder zumindest ein paar Bilder auf der Website zu veröffentlichen. In den allermeisten Fällen gilt: Lassen Sie es lieber. Bei den Medien haben Sie vielleicht eine Chance, wenn die Pressemitteilung noch am selben Tag rausgeht. Die große Öffentlichkeit wird sich aber eher weniger für diese Veranstaltungen interessieren, denn sie ist ja bereits vorbei, wenn Sie darüber berichten.

Aber natürlich gibt es auch von dieser Ausnahme Regeln: Wenn die Veranstaltung nur der Anlass, Ihr Thema aber ein anderes, relevanteres ist, können Sie das natürlich nutzen. Wenn also der Turnschuh-Hersteller endlich den perfekten, ergonomischen Schuh entwickelt und ihn beim Sommerfest präsentiert hat, dann sollten Sie diesem Ereignis natürlich eine eigene Veröffentlichung widmen.

Zahlen

Ich persönlich kann das zwar nicht so recht nachvollziehen, aber es gibt erstaunlich viele Menschen, die sich wirklich für Zahlen interessieren – auch für die Ihres Unternehmens. Wenn Sie nicht ganz grundsätzlich entschieden haben, über Zahlen nicht öffentlich zu reden, können Sie das nutzen. Laden Sie ein- oder zweimal im Jahr zu einer „Bilanz-Pressekonferenz“ ein (Dieser Name hat sich für Veranstaltungen dieser Art durchgesetzt, selbst wenn die einladenden Unternehmen gar nicht bilanzieren.). Präsentieren Sie dort die wichtigtisten Zahlen und Fakten zu Ihrem Unternehmen. Umsätze, Gewinne, Mitarbeiterzahlen, Patente, aber auch Zahlen zum sozialen Engagement (wenn Sie etwa Vereine oder soziale Projekte unterstützen) sind hier gefragt. Und auch hier gilt: Je mehr Sie die nackten Zahlen mit lebendigen Geschichten unterfüttern können, umso besser.

Geheimtipp

Und wenn nun wirklich mal nichts los ist? Wenn Sie gerade niemanden einstellen, nichts neu entwickeln, keine Feste feiern, keine Zahlen und Statistiken zu vermelden haben? Dann suchen Sie sich Ihre Anlässe. Als Öffentlichkeitsarbeiter ist es Ihre Pflicht, zu wissen, was die Medien gerade so umtreibt. Denn, wenn Sie wissen, worüber aktuell berichtet wird, können Sie sich bzw. Ihr Unternehmen ins Spiel bringen, sobald ein Thema zu Ihrer Expertise passt.

Kleines Beispiel: Der Turnschuh-Hersteller kann auf den Bikini-Figur-Fitness-Trend aufspringen, der zuverlässig jedes Jahr im späten Frühjahr in den Magazinen und vielerorts auch in den Tageszeitungen ausbricht. Geben Sie doch rechtzeitig eine launige Info über die richtige Lauftechnik, Tipps für Laufanfänger oder die schönsten Laufstrecken in Ihrer Umgebung heraus. Mit etwas Glück werden Sie zitiert, mit etwas mehr Glück komplett übernommen.

Und wenn auch die aktuelle Berichterstattung nichts hergibt, gibt es immer noch diese grandiose Liste internationaler Aktionstage. Wenn Sie am Monats-, Quartals- oder Jahresanfang Ihre Mediaplanung machen, sollten Sie diese Liste unbedingt zu Rate ziehen. Sie sind eine Bäckerei? Machen Sie eine nette Geschichte zum Tag des Butterbrotes. Sie sind Spielzeughersteller? Der „Sprich-wie-ein-Pirat-Tag“ ist Ihrer. Gehen Sie die Liste durch und suchen Sie sich die Anlässe, die Sie brauchen, um im Gespräch zu bleiben.

Theater Erfurt startet eigenen Blog

In Deutschland gibt es bisher kaum brauchbare Unternehmensblogs. Warum das extrem schade ist, habe ich hier und hier ja schon hinlänglich erklärt. Umso überraschender kam die Nachricht, über die ich gestern auf der Website des Theaters Erfurt stolperte: Seit Ende Juni gibt es hier einen Blog, der einen Blick hinter die Kulissen verspricht. Einen Unternehmensblog, der richtig gut aussieht. Und dann auch noch direkt vor meiner Haustür. Ich war hin und weg – und klickte mich sofort durch die ersten Beiträge. Gleichzeitig bat ich Alexandra Kehr, Pressesprecherin des Theaters, mir ein paar Fragen zum Blog zu beantworten.

Viele Bilder, wenige, kurze Texte

Aber von Anfang an, die Bestandsaufnahme: Im Moment finden sich im Blog vor allem Bilder und nur wenige, sehr kurze Texte. Das ist zugleich großartig und ein bisschen frustrierend. Warum? Weil die Bilder das Versprechen des Blogs halten. Es gibt hier WIRKLICH Einblicke hinter die Kulissen. Und zwar richtig interessante. Bilder vom Aufbau der Kulisse für die Domstufen-Festspiele. Bilder aus der Kostümschneiderei. Bilder von der Domstufen-Premiere. Frustrierend wird es in dem Moment, indem die Bildtexte eine Geschichte an-, aber nicht zu Ende erzählen. Dass die Kostüme aus China toll aussehen, aber wie die Pest nach Mottenspray stinken zum Beispiel fand ich eine sehr amüsante Anekdote. Jetzt würde ich nur gern auch wissen, ob man des Problems Herr geworden ist, ob das Einsprühen üblich ist beim Versand von Kostümen, ob das Zeug gesundheitsgefährdend ist. Tausend Fragen, auf die der Blog (noch) keine Antworten liefert.

Die Idee, mit vielen Bildern, richtigen Galerien, zu arbeiten, finde ich trotzdem richtig. Den Blog habe man auch eingerichtet, um Menschen zu erreichen, die man auf Facebook und Twitter nicht finde, erklärt Alexandra Kehr. Dafür müsse man dort andere Geschichten erzählen und andere Erzählformen finden als in den sozialen Netzwerken. Sehe ich genauso. Aber die Bildergalerien im Blog und nur sparsam auf Facebook zu veröffentlichen, hat noch einen anderen Vorteil. Wer auf Facebook Bilder hochlädt, räumt dem Netzwerkriesen alle Bildrechte ein. Man versichert mit dem Klick auf „Ich akzeptiere die AGB“ beim Anmelden, dass man nur Fotos hochlädt, an denen man selbst alle Rechte hat und erlaubt Facebook, diese Bilder für jeden nur erdenklichen Zweck zu nutzen. Dass jemand Bilder vom Blog klaut, lässt sich vermutlich auch nicht ganz vermeiden, aber ein bisschen mehr Kontrolle über die Verwendung der Bilder hat man als Blogbetreiber eben doch.

Spontaner Start. Jetzt wird justiert.

Als ich fragte, wie lange die Theaterleute brauchten, um die Idee in einen wirklich funktionierenden Blog umzusetzen, musste Alexandra Kehr ein bisschen lachen. „Es war eine ziemlich spontane Aktion“, sagt sie. Generalintendant Guy Montavon habe die Idee gehabt und die Domstufenfestspiele hätten sich als Starttermin angeboten. Deswegen habe alles ganz schnell gehen müssen.

Schnellschüsse dieser Art sind normalerweise gefährlich, weil sie das Projekt anfällig für Fehler machen. Und gerade bei einem Unternehmensblog sollte tausendfach getestet sein, dass das System auch bei vielen Zugriffen stabil läuft, die Grafik auf allen Benutzeroberflächen richtig angezeigt wird und die Kommentarfunktionen zuverlässig funktionieren. Aber: Ich habe den Blog vom Theater Erfurt auf dem iPad und auf dem Rechner getestet und keine Fehler finden können. Glück gehabt oder richtig gut gemacht? Letztlich ist das völlig egal, denn die Hauptsache ist: Der Blog sieht gut aus, die Navigation ist übersichtlich und intuitiv. Einzig eine Kleinigkeit ist mir aufgefallen: Es gibt keinen „Startseite“-Button. Will man von einem Beitrag wieder zur Übersicht navigieren, muss man sich für eine Kategorie entscheiden. Zur großen Gesamtübersicht kommt man nur, indem man in der Browserzeile wieder die Start-URL eingibt (oder ich habe den Startseite-Button schlicht übersehen, auch gut möglich).

Aber die Theaterleute sind ja auch noch lange nicht fertig mit dem Blogaufbau. Im Gegenteil: „Nach den Theaterferien schauen wir uns das noch mal ganz genau an. Überlegen, wann und wie oft künftig gebloggt werden soll und von wem“, sagt Alexandra Kehr. Momentan stammen die meisten Posts noch aus ihrer Feder, aber schon jetzt zeigt die Seite ein illustres Autorenteam an, das nicht nur aus Marketing- und Kommunikationsleuten besteht. Die Verantwortlichen konnten auch Menschen für das Bloggen gewinnen, die wirklich hinter den Kulissen, also in der Schneiderei, der Technik, der Dramaturgie, arbeiten. Auf ihre Beiträge freue ich mich wirklich. Ebenso wie auf die Interviews mit Mitarbeitern, die an neuen Produktionen arbeiten. Auch die verspricht Alexandra Kehr nämlich für die Zeit nach den Theaterferien.

Aktuell also eine Art Probierphase, bevor es im Herbst richtig losgeht. Ich liebe solche Phasen. Nur wer Mut zum Experimentieren hat, auch wenn ihm noch nieman eine Garantie für das Gelingen geben kann, wird neue Wege entdecken, seine Ziele zu erreichen.

Kundenbindung, Image und Bekanntheit

Und Ziele verfolgt natürlich auch das Theater Erfurt mit dem Blog. Kein Unternehmen der Welt bloggt, weil das so lustig ist. Aber wer seine (potenziellen) Kunden erreichen will, muss sich etwas einfallen lassen: Klassische Medien nehmen – das höre ich immer wieder von Kunden – immer seltener Informationen aus Pressemitteilungen auf. Auch auf Presseeinladungen wird die Resonanz immer kleiner. Wer mit seiner Information viele Menschen erreichen will, muss also auf neue Kanäle setzen.

Das Theater Erfurt hat dabei hauptsächlich Facebook für sich entdeckt. „Hier erreichen wir unheimlich viele Menschen und bekommen eine wirklich gute Resonanz“, ist Alexandra Kehr zufrieden. Der Auftritt auf Twitter und das eigene Mini-Magazin „Prospekt“, das alle zwei Monate mit der Tageszeitung und im Theater selbst verteilt wird, vervollständigen das Portfolio. Und jetzt also der Blog.

„Was kann er, was die Website nicht kann?“, wollte ich wissen. Und Alexandra Kehr antwortet, indem sie mir zunächst erklärt, was der Blog nicht kann – und auch nicht können soll. „Hier werden wir nie Veranstaltungshinweise veröffentlichen und auch keine Karten verkaufen. Dafür ist weiter unsere Website da“, sagt sie und fügt dann hinzu: „Aber mit dem Blog können wir unseren Gäste einen Blick in die Bereiche der Theaterarbeit erlauben, die sie sonst nie sehen.“

Mehr Transparenz in der Arbeit bedeutet immer auch mehr Identifikationsmöglichkeiten für die Leser, die hoffentlich auch Kunden sind oder werden. So funktioniert Content Marketing: Nicht verkaufen, überreden, bewerben, sondern mit echten Geschichten von echten Menschen das Unternehmen erlebbar und fühlbar machen. Und wer fühlt, wer sich verbunden fühlt, bleibt einem Unternehmen auch länger und treuer als Kunde erhalten. Insofern halte ich den Blog für eine gute Wahl, wenn es um Kundenbindung und Image-PR geht.

Ob er auch hilft, die Bekanntheit zu steigern, wird die Zeit zeigen. Ich werde auf jeden Fall immer mal wieder reinschauen. Und wenn der Blog einmal wirklich Geschichten erzählt – nicht nur in Bildern, sondern auch in Worten – und die Menschen zu Wort kommen lässt, die ich sonst wirklich nie höre, dann hat der Blog in mir schon mal einen treuen Leser.

Erstes eigenes Blogging-Seminar: check!

Drei wichtige Erkenntnisse nehme auch ich als Seminarleiterin aus unserem ersten eigenen Blogging-Seminar gestern mit in den Alltag:

1. Die Antwort auf die Frage: „Nützt das auch MEINEM Unternehmen?“ lautet in fast allen Fällen: „Ja!“

2. „Ich weiß nicht, ob ich genug Themen finde“ ist kein Argument.

3. „Ich habe keine Zeit dafür!“ übrigens auch nicht.

 

Das Blogging-Seminar war unser erstes selbst veranstaltetes. Fünf Teilnehmer hatten sich angemeldet (und keiner hat kurzfristig abgesagt!), die alle ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Erwartungen an das Bloggen mitbrachten. Da war ein Teilnehmer, der bereits für sein Unternehmen bloggt und vor allem wissen wollte, wie er das besser und suchmaschinengerechter machen kann. Da war die junge Journalistin, die sich unsicher war, ob ihr ein Blog nützt oder eher schadet, weil sie verbloggt, was sie sonst verkaufen könnte. Eine Touristik-Expertin, die für sich Sinn und Zweck des Bloggens klären wollte, und für die ein „Ja“ zum eigenen Corporate Blog als Seminar-Ergebnis ebenso in Ordnung war wie ein „Nein“. Die Mitarbeiterin eines Lobbyverbandes, die überzeugt war, dass ihre Nutzer von einem Blog mehr hätten als von der statisch-langweiligen Verband-Homepage, und eine Teilnehmerin, die ihr Leben gerade noch mal umgekrempelt und beruflich ganz neu begonnen hat, und für die das Bloggen künftig zur Marketing-Strategie gehören soll.

Schnell war klar: Den größten Nutzen haben die Teilnehmer, wenn ich meine sorgfältige Planung zumindest zum Teil über Bord werfe. Und so haben wir, statt sklavisch das Programm abzuarbeiten, viel Raum für die individuellen Fragen und Wünsche gelassen. Manchmal wurde aus dem Seminar so ein Workshop, kurz eine Technik-Sprechstunde (dank der kompetenten Kollegen von Style your web) oder eine kreative Denksportrunde.

Mehr als sieben Stunden Programm werde ich nicht in einen Blogbeitrag fassen (wenn sich genug Interessierte finden, biete ich das Seminar oder die Zwei-Tages-Variante) aber gerne noch mal an. Doch die wichtigsten Fragen und Erkenntnisse aus dem Seminar müssen auch hier erwähnt werden:

 

1. Die Antwort auf die Frage: „Nützt das auch MEINEM Unternehmen?“ lautet in fast allen Fällen: „Ja!“

Die wichtigste Frage. Die eine, die fast alle fünf Teilnehmer umtrieb: Habe ich von einem Blog wirklich einen konkreten Nutzen für mein Unternehmen? In der konkreten Konstellation gestern konnten wir das für alle Teilnehmer bestätigen. Aber es fiel auch auf: Um sich für oder gegen ein Blog als Marketinginstrument zu entscheiden, muss vorher klar sein, was und wen man eigentlich erreichen will. „Ziele und Zielgruppen sieht man bei anderen ganz schnell. Das für sich selbst zu machen, ist viel schwieriger“, kommentierte gestern eine Teilnehmerin.

Doch dieser Schritt ist wichtig: Für die Entscheidung dafür oder dagegen, aber auch, um später die richtigen Themen und den richtigen Ton zu finden. Im Seminar waren die wichtigsten Ziele: Bekanntheit der eigenen Marke steigern, Image verbessern, Kunden gewinnen. Um das zu erreichen, ist ein Blog keine Geheimwaffe. Es gibt keine goldene Regeln, wonach Blogs schneller, besser, effektiver dabei helfen, bekannt, beliebt und reich zu werden. Sie sind ein Instrument unter vielen. Ob es das richige ist, hängt vom Unternehmen, der Branche und dem eigenen Typ ab. Nützlich ist ein gut gemachter (!) Blog aber fast immer.

 

2. „Ich weiß nicht, ob ich genug Themen finde“ ist kein Argument.

Eine Kollegin war sich gestern die ganze Zeit unsicher, ob sie genug Themen finden würde, um regelmäßig einen Blog zu füllen, ohne dabei Material zu verheizen, dass sie als Journalistin an anderer Stelle vielleicht hätte verkaufen können. Schnell stellte sich aber heraus, dass ihr Themenfeld viel breiter ist, als das, für das sie aktuell beauftragt und bezahlt wird. Das Beispiel lässt sich problemlos auch auf fast alle anderen Corporate Blogs übertragen. Themen finden sich fast immer, und je länger Sie bloggen, desto schneller fallen Sie Ihnen zu. Sie entwickeln ein Gespür dafür, was im Blog erzählt werden kann, und Sie werden sensibler für alle Arten von Inspiration. Irgendwann müssen Sie nicht mehr dafür sorgen, dass Sie Themen finden – sondern dafür, dass Sie sie nicht wieder vergessen. Listen im Handy oder ein schönes Notizbuch sind hervorragende Vergessensverhinderer.

 

3. „Ich habe keine Zeit dafür!“ übrigens auch nicht.

Fakt ist: Wie jedes Instrument zum Marketing, zur PR, zur Werbung oder Kundenaquise will auch ein Blog gepflegt werden – und zwar regelmäßig, also mindestens einmal pro Woche. Und ja, will man Mehrwert und Leseanreiz bieten, kostet das Zeit. Am Anfang mehr, mit zunehmender Routine und Planung weniger. Aber die Frage ist nie, ob Sie als Blogverantwortlicher die Zeit dafür haben. Die Frage ist immer, ob Sie sie sich nehmen wollen. Wenn die Antwort darauf „Nein“ lautet, weil andere Instrumente besser funktionieren, oder der Aufwand für Sie in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, ist das vollkommen in Ordnung. Nicht jeder muss auf jedem Zug mitfahren. Wenn Sie am Bahnhof warten, bis der Blogzug durch ist, werden Sie auf anderem Wege nach Hause kommen. Aber seien Sie dann doch bitte auch ehrlich. Es ist Ihr Job, Entscheidungen zu treffen. Ob Sie nun in einem großen Unternehmen oder als Einzelkämpfer arbeiten. Es ist ihr Job – und ihr gutes Recht. Also verstecken Sie sich nicht hinter der „Ich habe keine Zeit“-Floskel.

 

Für mich war das Seminar ein Riesengewinn, und wenn Sie jetzt auch mehr über das Corporate Blogging wissen wollen, genügt eine Mail (grasse@curcuma-medien.de) oder ein Anruf.